Benachteiligung durch räumliche Herkunft. Welche normative Relevanz hat diese Aussage?

Martin Schneider

Abstract


In alltäglichen Diskursen scheint es selbstverständlich zu sein, in der räumlichen Herkunft eine Ursache für soziale Benachteiligung zu sehen. Niemand wird bezweifeln, dass jemand, der aus einem Banlieu, aus einer Favela oder aus einem sozialen Brennpunkt stammt, in seine Chancen und Handlungsmöglichkeiten benachteiligt ist. Doch welche normative Relevanz hat diese Aussage? Welche Rolle spielt die räumliche Herkunft neben anderen ungleichheitsgenerierenden Dimensionen wie Klasse, Geschlecht, Religion und ethnische Gruppe? Beantwortet werden diese Fragen durch die Verknüpfung von raumwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen und gerechtigkeitstheoretischen Überlegungen. Ein Ergebnis ist: Die Frage nach der räumlichen Herkunft zielt auf die Qualität der Lebensbedingungen. Insofern diese von normativer Relevanz ist, ist es auch die räumliche Herkunft.

In daily talks it seems to be naturally that the spatial origin is a reason for social discrimination. Nobody will have doubts about the fact that someone who comes from a banlieu, favela or from an inner city has disadvantages relating to personal chances or possibilities. But which normative relevance does this statement have? Which role does the spatial origin play besides other discriminating dimensions like class, gender, religion and ethnic group? These questions were responded by a combination of considerations related to spatial, social and justice science. One result is: The question about the spatial origin aims for quality of living conditions. If the quality of living conditions have a normative relevance also the spatial origin has a relevance.

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DOI: http://dx.doi.org/10.18156/eug-1-2013-art-8

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