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Unversöhnte Anerkennung und die Politik der Toleranzkonflikte

Thomas Bedorf

Abstract


Der Aufsatz stellt eine Verbindung zwischen Anerkennungsbegriff einerseits und Toleranzbegriff andererseits her. Dazu wird zunächst der Anerkennungsbegriff – auch in kritischer Abgrenzung gegenüber einer inflationären Verwendung des Anerkennungs-Vokabulars im Zuge einer vom Autor konstatierten diskursiven Mode – skizziert und differenziert. Bezüge zum Toleranzbegriff, der nicht als moralischer, sondern als politischer Begriff verstanden wird, werden am Beispiel der queer-Bewegung illustriert. Deren Parole – "we're queer, we're here, so get fuckin' used to it" – flankiert gewissermaßen die Erfindung eines neuen politischen Subjekts, für das es kein eingespieltes Anerkennungsmuster gibt. In der Neuformierung von Anerkennung ereignet sich Politik, werden Toleranzkonflikte zwischen kulturellen und politischen Kollektiven ausgetragen.

In this contribution the author draws a link between the term of recognition on the one hand and the term of toleration on the other hand. For that purpose the paper elucidates, differentiates and debates the philosophical idea of recognition. Alongside toleration is outlined not as a moral but as a political concept. The example of the queer movement and its claim "we're queer, we're here, so get fuckin' used to it" illustrates the "invention" of a new political subject, lacking an already existing pattern of recognition both in regard to politics and in regard to society. But, in creating a new pattern of recognition by dint of conflicts of toleration between cultural and political groups, "policy occurs" in a struggle for recognition.


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DOI: http://dx.doi.org/10.18156/eug-1-2014-art-1

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