Identität – kein Wesensmerkmal, sondern Position. Identitätspolitische Organisation von Minderheiten

Anna Maria Riedl

Abstract


Der Artikel legt eine kritische Würdigung von Identitätspolitik vor. Kritische Würdigung meint hier, dass der Kampf um Befreiung und Teilnahme an der Mehrheitsgesellschaft anerkannt wird, dass damit aber längst nicht alles gerechtfertigt ist, was heute unter dem Label Identitätspolitik firmiert. Als eine wichtige Unterscheidung wird die Differenzierung zwischen Identitätspolitik und identitären Politiken eingeführt. Gegen die latente Gefahr Identitäten zu essentialisieren, auch wenn Identität (nur) als Motor eines Befreiungskampfes gesehen wird, wird als Ausweg eine Strategie zeitweiliger und solidarischer Koalitionen vorgeschlagen.

The article presents a critical appraisal of identity politics. Critical appreciation means here that the struggle for liberation and participation in the majority society is legitimized and recog-nized, but that by no means everything that today operates under the label of identity politics is justified. As an important distinction is therefore introduced the differentiation between identity politics and identitarian politics. Against the latent danger of essentializing identities, even if identity is (only) seen as a motor for liberation struggle, a strategy of temporary, and solidarity coalitions is propos

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DOI: http://dx.doi.org/10.18156/eug-1-2020-art-3

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