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Die Krise der globalen Finanzwirtschaft - eine Analyse und sozialethische Einschätzung

Bernhard Emunds

Abstract


Die globale Finanzkrise ist die tiefgreifende Krise eines neuen Typus der Fi-
nanzwirtschaft. Darin spielen Transaktionen auf Vermögensmärkten (zur Zeit
vor allem: Aktien, Immobilien und Rohstoffe) eine zentrale Rolle. Die Geschäfts-
banken, die neues Geld schaffen können, spekulieren auf diesen Märkten mit
und vergeben auch Kredite für den Kauf von Vermögenswerten. Dabei fließt
viel neues Geld auf die Vermögensmärkte und sorgt dort für das Wachstum
einer großen Preisblase. Die Banken verdienen dabei an den eigenen Trans-
aktionen sowie an der Kreditfinanzierung und Begleitung der ständigen Um-
schichtungen bereits vorhandener Vermögenswerte durch andere Akteure –
und nicht an Finanzdienstleistungen, die der Wertschöpfung dienlich sind.
Durch dieses Geschäftsmodell – und durch die mit ihm verbundene große
Krisenanfälligkeit – wird die Legitimität der Finanzwirtschaft bzw. ihre Aus-
richtung auf das Gemeinwohl fraglich.

The global financial crisis is a dramatic crisis of a new type of corporate finance.
In this new type transactions on asset markets (mainly stocks, real estates and
commodities) play a major role. Commercial banks, which could create new money,
speculate on these markets and supply loans for the acquisition of assets. In doing
so new money flows to asset markets and creates a giant asset price bubble. Com-
mercial banks have high income because of their own speculative transactions as
well as because of financing and assisting other players’ permanent shifting of al-
ready existing assets. In these businesses they do not offer financial services creat-
ing wealth. Through this business model and its immanent instability the legitimacy
of finance and its alignment with the common good respectively are questioned.


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DOI: http://dx.doi.org/10.18156/eug-2-2009-art-3

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