Ethik und Gesellschaft


Nr. 2 (2017): Kritik (in) der Ethik


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Im Editorial zum ersten Heft der Internet-Zeitschrift »Ethik und Gesellschaft« wurde die Intention der – damals mehrheitlich noch an ihren Promotionen oder Habilitationen arbeitenden – Herausgeber und RedakteurInnen angesprochen: Das Interesse an einer auf der Basis von Gerechtigkeits-, Solidaritäts- und Anerkennungsprinzipien gesellschaftskritischen, dabei sozialwissenschaftlich informierten und zudem ökumenisch ausgerichteten wissenschaftlichen Plattform, die gerade auch für NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen offen stehen soll. In dieser Ausschreibung ist »Kritik« zwar nicht der einzige, aber doch ein zentraler Begriff.

Zum zehnjährigen Jubiläum von »Ethik und Gesellschaft« wurden ausdrücklich jüngere WissenschaftlerInnen, vor allem also DoktoranndInnen oder PostDocs gebeten, ihre Sicht auf die Rolle von Kritik in der Sozialethik vorzustellen: Wie kritisch hat eine Sozialethik zu sein? Und welche Art von Kritik hat sie zu betreiben. Mit welchem Verständnis von Kritik ist sie gegenüber wem kritisch? Die in diesem Themenheft veröffentlichten Beiträge zeigen, dass auch der nächsten Generation von wissenschaftlichen SozialethikerInnen in beiden Konfessionen die Lust auf und der Mut zur Kritik nicht verlorengegangen ist. Von daher kann »Ethik und Gesellschaft« gelassen in ein zweites Jahrzehnt gehen.

Redaktion: Torsten Meireis und Matthias Möhring-Hesse

Im Rezensionsteil werden vor allem Neuerscheinungen zur theologischen Ethik und zur politischen Philosophie vorgestellt. Neben dem neuen Evangelischen Soziallexikon und dem Handbuch Medien- und Informationsethik werden zwei Sammelbände – zum Anti-Genderismus und zu Oswald von Nell-Breuning – besprochen. Der Schwerpunkt liegt diesmal aber auf Monografien: zur Migrationsethik (David Miller), zur Ethik des Strafvollzugs (Michelle Becka) und zu den Perspektiven einer Christlichen Gerechtigkeitstheorie (Elke Mack), zur Arbeit der kirchlichen Hilfswerke (Maria Brinkschmidt), zur CSR-Debatte (Gotlind Ulshöfer) und zum Verhältnis von Religion und Politik (Ahmed Cavuldak) sowie zu William James (Ana Honnacker) und Jürgen Habermas (Tobias Renner).

Redaktion Besprechungsteil: Hermann-Josef Große Kracht und Tim Eckes

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