Archiv

2016

Bild: Kirchenbild Barmheriger Samariter

Nr. 2 (2016): Kritik des Helfens


Geholfen wird in Deutschland und aus Deutschland heraus mannigfaltig – und dies von der Mitte der Gesellschaft her. Von der Entwicklungshilfe bis hin zu den Tafeln erstreckt sich eine breite Landschaft des Helfens. Doch bekanntlich ist gut gewollt noch lange nicht gut gemacht. In diesem Themenheft schaut „Ethik und Gesellschaft“ hinter die Bühne (vor allem) des ehrenamtlichen und freiwilligen Helfens und Spendens und fragt, wem eigentlich wird mit welchen Ergebnissen geholfen. Und: Was  ist gut und was ist gerecht an diesem Helfen.

Redaktion: Torsten Meireis und Matthias Möhring-Hesse


Im Besprechungsteil werden vier Monografien und Sammelbände aus der Wirtschafts-, Finanz- und Migrationsethik vorgestellt. Die Anthropozän-Debatte und der Post-Kapitalismus kommen zur Sprache. Zudem diskutieren Otfried Höffe und Michael Becker neue Bücher zum Republikanismus - in den von Phillip Pettit und Ingeborg Maus vertretenen Varianten -, während sich Frank Nullmeier ausführlich mit einer Studie zur politischen Semantik des Wohlfahrtsstaates beschäftigt.

Redaktion: Hermann-Josef Große Kracht und Tim Eckes
Titelseite

Nr. 1 (2016): Die Vermögenskonzentration und das Zuviel an sozialer Ungleichheit


Dass gerade bei den Vermögen die Ungleichheiten zunehmen, dass sich – mehr noch – das gesellschaftlich vorhandene Vermögen bei wenigen an der Spitze, bei den Superreichen, konzentriert, ist nicht erst seit »Das Kapital im 21. Jahrhundert« von Thomas Piketty bekannt. Zunehmend wird aber gesellschaftlich bewusst, dass die – gerade auch in Deutschland – zugespitzte Vermögenskonzentration nicht nur Folge und Indikator sozialer Ungleichheiten ist, sondern dass sie diese unter finanzmarktkapitalistischen Bedingungen weiter verschärft. Und dass diese Vermögenskonzentration schädlich für liberale, erst recht für demokratische Gesellschaften, aber auch für deren kapitalistisch verfasste Volkswirtschaften ist.

Redaktion: Bernhard Emunds und Matthias Möhring-Hesse.


2015

Quelle: blog.bransch.net

Nr. 2 (2015): Burn, baby, burn... Subjektivierte Arbeit und depressive Erschöpfung

Bildquelle: blog.bransch.net

'Burnout' und 'Erschöpfungsdepression' lauten Diagnosen, die mittlerweile weit verbreitet sind, und auch erste sozialwissenschaftliche Arbeiten liegen dazu vor. Umstritten ist, ob die Zunahme dieser Befunde Ergebnis realer Verschiebungen in der Arbeitswelt ist oder lediglich ein Bezeichungs- oder labeling-Phänomen darstellt. Die Diskussion ist eröffnet, die sozialethische Thematisierung aber steht noch weitgehend aus. Grund genug, sich in einem Themenheft dieser Fragen anzunehmen. Magnus Hirschfeld zeichnet in seinem Beitrag die Entwicklung der Burnout-Diagnose nach, Greta Wagner beschreibt die soziologische Debatte und bietet eine eigene Erklärungsvariante an, die sie mit der These verbindet, dass es Versatzstücke buddhistischer Lehre sind, die in der modernen Arbeitswelt eine Deutungs- und Legitimationsfunktion übernehmen. Auf der Basis qualitativer Interviews mit Erschöpfungsbetroffenen entwickelt Stefanie Graefe den Befund, dass es sich bei dem Phänomen um eine Somatisierung des gesellschaftlichen Konflikts zwischen Autonomieversprechen und zunehmender Vermarktlichung handelt. Ausgehend von Daten des Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vermag Martin Schütte einen signifikanten Zusammenhang von veränderter Arbeitsrealität und Depression nicht zu erkennen, gesteht aber zu, dass Arbeitsanforderungen und subjektiv erlebter Tätigkeitsspielraum einen Einfluss haben können. Ralf Kronig unterfüttert die theoretischen Untersuchungen durch einen Praxisbericht aus der Sicht des Betriebsrats eines großen Softwareunternehmens, Martina Frenzel und Stephan Siemens tun dies durch die Dokumentation eines praktischen Präventionsinstruments und Andrea Fergen durch die Darstellung gewerkschaftlicher Strategien im Kontext. In sozialethischer Perspektive schlägt Matthias Möhring-Hesse vor, die Kritik problematischer Arbeitsbedingungen am Massstab des Arbeitsvermögens zu orientieren, währen Torsten Meireis die moralischen Prinzipien der als Lebensform begriffenen Arbeitsgesellschaft kritisch zur Geltung zu bringen sucht.

Redaktion dieser Ausgabe: Torsten Meireis

Ein Workshop der Autorinnen und Autoren dieses Themenheftes wurde durch die Otto Brenner Stiftung gefördert.

Titelseite

Nr. 1 (2015): Pragmatismus und Sozialethik


Sowohl in der praktischen Philosophie als auch in den normativ ausgerichteten Sozialwissenschaften und in der theologischen Sozialethik ist seit Jahren eine verstärkte Bezugnahme auf den klassischen amerikanischen Pragmatismus – und seine neopragmatistischen Weiterentwicklungen – zu beobachten.

Obwohl es sich beim Pragmatismus um ein heterogenes Phänomen handelt, lassen sich doch einige zentrale Motive der aktuellen Pragmatismus-Rezeption identifizieren, die in diesem Heft aufgegriffen, profiliert und für die Sozialethik fruchtbar gemacht werden sollen. Dabei geht es nicht nur um den Primat des Sozialen vor dem Individuellen, sondern auch um das Problem der Handlungsfreiheit und die Fragen nach der Begründungsfähigkeit und dem Geltungsanspruch moralischer Überzeugungen.  Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage, wie sich pragmatistische Motive und Einsichten für die Profilierung heutiger Entwürfe und Diskurse einer Wirtschafts- und Sozialethik fruchtbar machen lassen.

 

Verantwortlich für diese Ausgabe: Hermann-Josef Große Kracht und Gesche Linde.
Lektorat dieser Ausgabe: Tim Eckes.


2014

Nr. 2 (2014): Prekäre Arbeit

Das vorliegende Heft beschäftigt sich mit einem Phänomen, das es in Zeiten gefühlter Vollbeschäftigung zwar nur selten in die Headlines schafft, gleichwohl aber aktuell bleibt, wie nicht zuletzt auch das Themenheft dieser Zeitschrift zur Arbeitsmigration (2/2013) gezeigt hat: Die Rede ist von Prekarisierung, einem Konzept, das sich nicht nur auf ungesicherte Erwerbstätigkeit im strengen Sinne, sondern auch auf Arbeit in ungesicherten Zusammenhängen überhaupt bezieht.
Einführend bietet der Beitrag von Klaus Dörre einen Überblick des Prekarisierungskonzepts, das durch die Studien von Ueli Mäder, Michèle Amacker und Sabine Plonz auf verschiedene Kontexte hin konkretisiert und damit auch konzeptionell weitergeführt wird. Der normativen Fragestellung nach der Problematik der Prekarisierung widmen sich besonders die Aufsätze von Jähnichen und Meireis, während der Beitrag Sigrists Folgen für die sozialdiakonische Praxis zu skizzieren sucht.
Die Ausgabe steht in der lockeren Folge einer Berner Tagung, die im Herbst 2011 stattfand und den normativen Aspekt des Prekarisierungsproblems zum Thema hatte.  Aus Gründen, die mit der Struktur der Wissensproduktion zusammenhängen, die zuweilen auch gegenstandsferne Prioritäten erzwingt, ist bei einem Teil der Arbeiten zwischen Verfassung und Veröffentlichung zuweilen mehr Zeit vergangen, als Autorinnen und Autoren lieb sein kann, wofür die Redaktion Schreibende und Lesende um Nachsicht bittet: Das freilich ändert nichts an der Aktualität des Themas.






2008

Nr. 2 (2008): Rückkehr der Vollbeschäftigung oder Einzug des Grundeinkommens?

Zumal angesichts des durch die Finanzkrise induzierten Konjunkturknicks
ist politisch kaum strittig, dass zur arbeitsgesellschaftlichen Formation der
»goldenen« fünfziger und sechziger Jahre, mit ihrer Art von Vollbeschäftigung,
kein Weg zurückführt. Wiewohl auch nicht von einem Ende der Arbeitsgesell-
schaft die Rede sein kann, befindet sich diese in einem heftigen Umbruch.
Noch ist nicht ausgemacht, welche Perspektiven und Horizonte dieser Umbruch
eröffnet – oder androht.

Nr. 1 (2008): Politik aus dem Glauben

Vor einigen Jahrzehnten schrieb Dorothee Sölle gegen die Verdrängung
des Glaubens aus der Praxis - wenn die Praxis als Frucht des Glaubens
theologisch verkannt wird. Zeitgleich warb Johann Baptist Metz für die
politisch-mystische Doppelstruktur christlichen Glaubens in der Nachfolge
Jesu. Gut vier Jahrzehnte später fragt e+g, unter deutlich veränderten gesell-
schaftlichen Bedingungen, nach dem innigen Verhältnis von Glauben und
politischem Engagement.

2007


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