Nr. 2 (2019)

Enhancement


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Die Frage nach der Steigerung menschlicher Fähigkeiten und Möglichkeiten in medizinischer Sicht wird in der Regel unter dem Stichwort ›enhancement‹ diskutiert. Das Anwendungsspektrum reicht dabei von psychoaktiven Substanzen zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit bis zu technischen Applikationen zur Kompensation verminderter oder eingebüßter Körperfunktionen im Alter. Infrage steht nicht nur die trennscharfe Unterscheidung von therapeutischen Eingriffen, sondern auch die prinzipielle Plausibilität entsprechender Verfahren. So hat das sogenannte »Neuroenhancement« oder »Hirndoping« mittels Substanzen wie Methylphenidat oder Modafinil, die die Aufmerksamkeit erhöhen sollen, in der Regel keine Steigerung der Intelligenz zur Folge, wirft aber neben Verträglichkeits- auch Gerechtigkeitsfragen auf. Grund genug, sich in ethik und Gesellschaft der Enhancement-Debatte zu widmen und sich neben grundsätzlichen Überlegungen unter anderem mit Assistenzsystemen im Alter und dem Verhältnis von Enhancement und Demenz zu beschäftigen.

Redaktion: Johannes Eurich und Torsten Meireis

Die Buchbesprechungen widmen sich Neuerscheinungen zur Geschichte des Kapitalismus, zur Reichtumskritik, zum neoliberalen Leitbild der Resilienz und zum Begriff der Leistung. Zudem wird neue Literatur zur Rechts- und Wirtschaftsphilosophie, zur ›Politik der Gabe‹ und zum österreichischen Pflegesystem besprochen.

Redaktion Besprechungsteil: Hermann-Josef Große Kracht und Tim Eckes

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