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Das Politische neu denken. Braucht die christliche Sozialethik eine Theorie radikaler Demokratie?

Daniel Bogner

Abstract


Angesichts einer Krise der Demokratie in den zeitgenössischen demokratischen
Gesellschaften problematisieren einige Autoren französischer Provenienz die
konstitutiven Rahmenbedingungen der Demokratie. Besonders an drei Motiven
dieses Denkens kann dies festgemacht werden: Der leere Ort der Macht, die
Entzweiung des Sozialen und die kreative Instituierung der Gesellschaft. Diese
drei Motive lösen allerdings einige theologische Resonanz aus, auch wenn das
Denken ihrer Urheber nicht oder kaum religiös interessiert ist. Gegenüber
ihrem naturrechtlichen Erbe ermöglichen solche Zugänge es der christlichen
Sozialethik, die Krise der Demokratie als ihr ureigenes Thema zu identifizieren.
Sie hat der Herrschaft »sekundärer Systeme« zu widersprechen und sich
für die Ermöglichung von Demokratie zu engagieren.

The crisis of democracy in contemporary western societies is the starting point
for some key thinkers in France. They investigate the constitutional frames of
democracy as a lived political system. One can especially identify three aspects
of their theories which are of special interest in this concern: the empty place of
power, the dissociation of the societal, the creative imagination of the society.
Those three themes are in fact also opening on some theological considerations.
But in deed for christian social ethics the french theorists facilitate to think about
the possibility of democracy, even much more intensive and focussed than a
theology burdended with the heritage of neoscholastic natural law was ever
able to do before.

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DOI: https://doi.org/10.18156/eug-2-2012-art-3

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