Von katholischen Müttern und sozialistischen Traktoristinnen. Der frühe DDR-Katholizismus im Spiegel von Kate Mannes Misogynie-Begriff

Katharina Zimmermann

Abstract


Kate Manne analysiert das System misogyner Sanktionsstrategien als gegenwärtiges Phänomen post-patriarchaler Gesellschaften. Der historische Blick zeigt indes, dass sich auch in der Geschichte sozialistischer Staaten Beispiele finden lassen, wie das Eindringen von Frauen in klassisch männerdominierte Sphären misogyn sanktioniert wurde. Der vorliegende Beitrag möchte dies anhand eines Familiengesetzentwurf in der Deutschen Demokratischen Republik aus dem Jahr 1954 veranschaulichen, der im ostdeutschen Katholizismus aufgrund seiner emanzipatorischen Inhalte auf kritische Reaktionen stieß. Indem der katholische Diskurs um den Entwurf auf misogyne Strategien im Sinne Mannes untersucht wird, soll auch auf die Frage eingegangen werden, wie das im Themenheft diskutierte Konzept im historischen Setting zu einer differenzierteren Forschung führen kann.

Kate Manne analyses the system of misogynist strategies as a contemporary phenomenon of post-patriarchal societies. In a historical approach this article examines how in socialist states with their self-understanding as gender equal societies women’s perceived border crossings were punished by “misogynist players”. As an example, the reaction of the Catholic Church to a family law draft in the GDR in 1954 shall be analysed by using Kate Manne’s concept of misogyny. By doing so the article demonstrates, how misogyny can be used as historical category of analysis.


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DOI: https://doi.org/10.18156/eug-2-2020-art-5

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