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2/2026: Potenziale und Grenzen des Pazifismus in Geschichte und Gegenwart
›Nie wieder Krieg!‹ - Diese pazifistische Forderung findet sich immer wieder auch im christlichen Diskurs um Krieg und Frieden. Gerade angesichts der gegenwärtigen vielfältigen bewaffneten Konflikte stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten pazifistischer Überzeugungen und gewaltloser Konfliktlösungsstrategien mit neuer Dringlichkeit; man denke nur an die Ukraine oder den Nahen Osten.
Der Band möchte daher inhaltlich zum einen Pazifismus in seinen Ursprüngen untersuchen und zum anderen nach der Relevanz des Konzepts für die Gegenwart fragen. Dabei werden insbesondere auch Herausforderungen, Chancen und Grenzen der zivilen Konfliktbearbeitung in der Gegenwart in den Blick kommen.
Diese Ausgabe zum Pazifismus verfolgt ein doppeltes Ziel: Zum einen soll das Feld des Pazifismus inhaltlich weiter ökumenisch und interdisziplinär erschlossen werden, zum anderen kann so die Vernetzung von Wissenschaftler:innen und Friedenspraktiker:innen weiter gestärkt werden. Hierzu bietet der Pazifismus das ideale Themengebiet. Denn pazifistische Grundüberzeugungen können einen der Motivatoren für ein entsprechendes Engagement in der Friedensarbeit oder der zivilen Konfliktbearbeitung darstellen.
Redaktion: Benedikt Brunner, Gabriel Rolfes, Sarah Jäger.
1/2027: Gemeingüter
Gemeingüter sind mehr als nur öffentliche Güter – sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Willens. Ob Bildung, Gesundheitsversorgung oder Energieinfrastruktur: Weil ihre Erzeugung, Bereitstellung oder Nutzbarmachung Ergebnisse öffentlicher Beauftragung und kollektiver Kontrolle sind, brechen sie mit einer kapitalistisch verfassten Volkswirtschaft. Diese Organisation und Bewirtschaftung außerhalb wettbewerbsorientierter Produktions- und Distributionslogiken eröffnet nicht nur Handlungs- und Gestaltungsspielräume, in denen Menschen sich selbst als wirksame (politische) Akteur*innen (neu) erfahren. Als Ergebnisse gemeinschaftlicher Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse rehabilitieren Gemeingüter zudem real-utopische Energien, indem sie konkrete Alternativen zu einer steigerungsorientierten Wirtschaft erlebbar machen und Menschen so jenseits subjektiver Interessendurchsetzung dazu motivieren, solidarisch und nachhaltig mit ihrer Um- und Mitwelt in Beziehung zu treten.
Die damit einhergehenden emanzipatorischen Potenziale lassen sich gleichsam nur dann langfristig aktivieren, wenn die sozialen, strukturellen und normativen Bedingungen gemeinwirtschaftlichen Handelns und ebenso seine Risiken in den Blick kommen, ausgelotet und demokratisch verhandelt werden.
Eine Sozialethik der Gemeingüter muss entsprechend Gerechtigkeitsdimensionen gemeinwirtschaftlicher Systeme im Blick behalten und zudem fragen: Wie werden sie politisch legitimiert? Welche Letztverantwortlichkeiten lassen sich benennen und bei wem liegen sie? Wer profitiert von Vergesellschaftungsprozessen und wer wird ausgeschlossen? Wie können Gemeingüter soziale Ungleichheiten ausgleichen, statt sie zu vertiefen? Und vor allem: Wie tragen sie zur dringend notwendigen sozial-ökologischen Transformation bei?
In dieser Ausgabe beleuchten wir Gemeingüter als sozialethisches Projekt. Die Beiträge diskutieren entlang unterschiedlicher Gemeingüter ihre Chancen, ihre Grenzen und ihre Rolle als Labor für eine solidarischere Gesellschaft. Denn Gemeingüter sind nicht nur Güter, sie sind auch eine Einladung, über die Gesellschaft zu sprechen, in der wir leben wollen.
Redaktion: Anna Karger-Kroll, Anne Konsek, Matthias Möhring-Hesse

Schreiben für ethikundgesellschaft
