Spielerisch in den Abgrund blicken
DOI:
https://doi.org/10.18156/eug-1-2026-art-3Abstract
Wargaming erhält in den vergangenen Jahren zunehmende Aufmerksamkeit. In Deutsch-land lässt sich geradezu von einer Wiederentdeckung sprechen, wie aus dem kürzlich er-schienen „Wargaming Handbuch der Bundeswehr“ (2024) ersichtlich wird. Der spielerische Charakter militärischer Operationsplanungen ist vom Begründer der Inneren Führung, Wolf Graf von Baudissin, in Anbetracht der grausamen Wirklichkeit von Krieg, äu-ßerst kritisch betrachtet worden. Eine normative Auseinandersetzung mit Wargaming als Methode kann also in vielerlei Richtungen vorstoßen. In diesem Text werden die Abstra-hierungsprozesse und Mechaniken von Wargaming behandelt, wobei deutlich gemacht werden soll, dass es sich dabei nicht nur um eine spielerische Notwendigkeit handelt. Vielmehr wird dabei, möglicherweise unbeabsichtigt, ein äußerst realistisches Phäno-men reproduziert, das sowohl in militärischen Planungsprozessen, als auch in der unmit-telbar erlebten Gewaltanwendung Anwendung findet. Wargaming könnte deshalb einen Zugang darstellen, um jene Prozesse zu adressieren, für die es bislang keine gemeinsame Sprache zu geben scheint und oftmals beschwiegen werden.
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