Kein Spiel
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DOI:
https://doi.org/10.18156/eug-1-2026-art-1Abstract
Der Beitrag zeichnet die historische und begriffliche Verschiebung nach, in der Wargaming vom »Spiel« zur Technik militärischer Entscheidungsunterstützung und Ausbildung wird, und konturiert die normativen Implikationen von Wargaming, Serious Games und Gamification. Im Zentrum steht die These, dass Simulationen nicht nur Konflikte abbilden, sondern Wissensordnungen, Maßstäbe und Handlungsrepertoires mit hervorbringen – bis hin zur Übersetzung militärischer Gewalt in Regelwerke, Scoring und optimierbare Zielgrößen. Im Zeitalter der KI verschärfen sich diese Effekte durch Autoritätseffekte datengetriebener Modelle, verkürzte Iterationszyklen und neue Abhängigkeiten von Plattformen und Dateninfrastrukturen. Daraus erwachsen Risiken wie Verantwortungsdiffusion, Verschiebung epistemischer Agency und Verengung auf das Formalisier- und Simulierbare, die auch die Voraussetzungen menschlicher Urteilskraft berühren. Der Beitrag führt in die Fragestellungen, Spannungen und Beiträge des Themenheftes ein.
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