Ein Spielverderber namens Ernst
Metaethische Reflexionen zu Wargames und Serious Games
DOI:
https://doi.org/10.18156/eug-1-2026-art-4Abstract
Der Begriff »Spiel« ruft Assoziationen von Zweckfreiheit, Harmlosigkeit oder Vergnügen hervor. Beispielhaft ist die Wendung »Der will doch bloß spielen«. Definiert wird »Spiel« häufig ex negativo: als Nicht-Ernst, Nicht-Arbeit, Nicht-Wirklichkeit. »Wargames« und »Serious Games« fordern Alltagsverständnis und im Diskurs vorfindliche Definitionen nach Huizinga oder Caillois heraus. Dieser Beitrag untersucht »Wargames« und »Serious Games« aus metaethischer Perspektive. Alltagsannäherungen dienen der Frage, welche Bedeutungsräume sich mit dem Spielbegriff dem Verstehen eröffnen. Mit ausgewählten Diskurslinien werden sie angereichert (z. B. »Spiel« als Metapher für soziale Interaktion; Wirklichkeit und Simulation). Dazu kommen sprachgeschichtliche Erkenntnisse, zurückreichend bis zum Protogermanischen (»Spiel«, »Play«, »Game«). Unter Rückgriff auf Wittgenstein, Heidegger, Derrida und andere wird mit Sprache gespielt (z. B.: Ist es erlaubt, Krieg zu spielen, aber nicht mit dem Krieg zu spielen?). Sprache verschiebt moralisch angereicherte Bedeutungsräume. Bewusst eingesetzt, kann aus Spielverderben Daseinsorge werden.
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